Früher war alles einfacher. Wenn’s da in den Winterurlaub ging, dann schnallte man seine Skier auf den Dachgepäckträger, warf Skischuhe, Stöcke und einen Koffer mit Thermoanzug, Rollkragenpullover, Fäustlingen und dicken Wollsocken in den Kofferraum und fuhr in eines der Skigebiete in Deutschland…
Heute dagegen … Heute beginnt die Qual der Wahl schon bei der passenden Wintersportart. Denn im 21. Jahrhundert stellt man sich nicht mehr einfach so auf seine Bretter und wedelt damit die Piste runter … Nein, Ski Nordisch, Ski Alpin oder wenigstens ein Gewehr auf dem Rücken muss es sein – Biathlon klingt ja doch schon eine ganze Spur schicker als „Abfahrt“. Die Cooleren oder auch Asketen unter den Wintersportlern begnügen sich längst mit nur einem Brett, sprich: einem Snowboard, und gleiten darauf lässig bergab bis ins Tal. Das heißt, so sie sich nicht vorher auf ihren – perfekt gepamperten – Hintern setzen. Denn das gehört definitiv dazu: Jede Sportart bedarf eines speziellen „Equipments“. Wer also von den guten alten Skiern aufs Snowboard umsteigt, kann zusehen, wo er seine Skibuxe loswird. Eine Snowboardhose muss her. Am besten passend zu Brett, Snowboardschuh, -Jacke, -Mütze, und zwar möglichst von einem angesagten Label.
Ist schließlich nicht Jacke wie Hose, was man auf der Piste trägt. Und es ist nicht mal eine reine Modefrage. Tatsächlich erfordern unterschiedliche Wintersportarten auch zum Teil sehr unterschiedliche Ausrüstungen. Und die Qualität sollte stimmen. Eine schlechte Bindung, und schon ist die Abfahrt unter Umständen gelaufen. Die falsche Kleidung – Jeans und Wolljacke –, und man liegt im Handumdrehen mit Erfrierungen im Bett. Auch daran sollte man denken, wenn es an die Winterurlaubsplanung geht. Der Kostenfaktor für eine gute Ausstattung ist genauso wenig zu unterschätzen wie die für Anreise, Unterkunft, Verpflegung, Skilift und Kursgebühren.
Zurück zu den Wintersportarten: Richtig Spaß kommt – wie der Name schon sagt – beim so genannten Funsport auf. Extremskifahren, Heliskiing, Firngleiten, Kitesnowboarding, Fun-Carving, Freestyle-Skiing sind heute angesagt. Schließlich fährt man im Sommer ja auch nicht mehr einfach nur Rollschuh, sondern Rollerblades oder, besser noch, Heelys. Immer schneller, immer neuer, immer verrückter soll es sein. Warum also noch schnöde Ski fahren, wenn man sich auch auf den Brettern über die Pisten fliegend von einem Fallschirm tragen lassen oder im Sturzflug in nie zuvor betretenes Gelände stürzen kann …? Skiurlaub kann so schön sein!
No risk, no fun – kein Spaß ohne Risiko, lautet gerade bei der jungen Generation die Devise. Kein Wunder also, dass die Bandbreite an Aktivitäten, die in den klassischen wie auch in neuen Wintersportgebieten angeboten werden, so groß wie nie ist. Und die Skischulen eigentlich keine mehr sind. Fest steht: Ein einfacher Skilehrer lockt kaum mehr einen Skihasen hinterm Ofen hervor. Die Hasen von heute wollen auch mal eine Schnupperstunde Snowkiten oder wenigstens Snowbiken. Pistengaudi 2009/2010 – das ist mehr als Skifahren und Après-Ski – der perfekte Skiurlaub.
Und doch gibt es sie noch, die guten alten Hasen, Männer wie Frauen, die sagen: I wü Skifoan! Denn – wie schon Wolfgang Ambros sang: „Skifoan is des Leiwandste, wos ma sich nur vur stön konn!“ Nun, ob back to the roots, zurück zu den Wurzeln, zum klassischen Skifahren, oder rein ins gewagte Schneeabenteuer, freestyle und fullspeed – eines ist gut zu wissen: Die Regeln sind immer dieselben: Niemanden durch rücksichtloses Fahren und halsbrecherische Halte- oder Wendemanöver gefährden, immer die Hinweise auf Schildern beachten und bei Notfällen Erste Hilfe leisten. Denn nur dann ist Ski und Rodel wirklich gut. Viel Spaß im Schnee!



You must be logged in to post a comment.